Dokumentation & Ergebnisse der Auftaktkonferenz

Ende Juni folgten rund 200 Vertreterinnen und Vertreter der Bundesländer, Kommunen und interessierter Verbände der Einladung des Bundesumweltministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und trafen sich zur Auftaktkonferenz für den Dialogprozess zum Klimaschutzplan 2050 in Berlin.

Die zweitägige Veranstaltung läutete den Dialogprozess für die Erstellung des Klimaschutzplans 2050 der Bundesregierung ein. Ziel dieses Prozesses ist es, die weiteren Treibhausgas-Reduktionsschritte im Lichte der europäischen Ziele und der Ergebnisse der Pariser Klimaschutzkonferenz 2015 bis zum Ziel im Jahr 2050 zu beschreiben und mit Maßnahmen zu unterlegen. Den inhaltlichen Ausgangspunkt bildete das am 10. Juni veröffentlichte Impulspapier.

Der Klimaschutzplan 2050 und seine Hintergründe standen am ersten Veranstaltungstag im Fokus. Während Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks den Tag eröffnete und alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur aktiven Mitgestaltung aufrief (Rede der Bundesministerin), widmete sich Professor Dr. Hans Joachim Schellnhuber in seiner Keynote vor allem der sozialen Dimension des Klimawandels und berichtete einleitend von seiner Mitwirkung an der Enzyklika von Papst Franziskus, in der sich der Papst klar zum Umwelt- und Klimaschutz bekennt. Eindringlich verdeutlichte Schellnhuber die Bedeutung des Klimaschutzes für eine nachhaltige, lebenswerte Zukunft. Seine Botschaft lautete, dass ein Umdenken notwendig sei und ein neues Entwicklungsparadigma benötigt werde, um die Schwächeren der Weltbevölkerung zu schützen. Anschließend bot Franzjosef Schafhausen vom BMUB einen Einblick in die Anforderungen an einen Klimaschutzplan 2050, bevor Martina Richwien die Bausteine des Dialogprozesses zur Erstellung des Plans vorstellte. Während des gesamten Programms hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, sich aktiv über eine Online-Beteiligungssoftware zu beteiligen. Über 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzen die Chance und brachten sich aktiv in die Diskussionen ein. Schließlich stellten sich im Rahmen der interaktiven Diskussionsrunde folgende Podiumsgäste den Fragen des Moderators und des Publikums: Staatssekretär Jochen Flasbarth vom BMUB, Roger Kohlmann vom Bundesverband der Energie-und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW), Antje von Broock vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) sowie Dr. Babette Nieder von der Hertener Beteiligungsgesellschaft mbH und Beauftragte des Bürgermeisters für Energie und Innovation der Stadt Herten.

Der zweite Veranstaltungstag stand im Zeichen der Diskussion. Staatssekretär Jochen Flasbarth eröffnete den Tag und verwies erneut auf die Bedeutung der aktiven Mitgestaltung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Wissenschaftliche Impulse für die spätere Diskussion in den Workshops lieferten Dr. Felix Matthes vom Öko-Institut, Prof. Manfred Fischedick vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie sowie Udo Lambrecht von ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg.

Entlang der Handlungsfelder Energiewirtschaft, Industrie & Gewerbe/Handel/Dienstleistungen, Gebäude, Verkehr sowie Landwirtschaft/Landnutzung wurden in fünf verschiedenen Workshops mögliche Pfade zur Erreichung der Klimaschutzziele vorgestellt, diskutiert und Meinungsbilder eingefangen. Das Ergebnis der Auftaktkonferenz ist schließlich eine dokumentierte Einschätzung der Akteure zu den transformativen Pfaden für die weitere Strukturierung im Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung.

Die zentralen Leitfragen für die Workshops lauteten: Was spricht für die transformativen Pfade zur Erreichung der Klimaschutzziele, was spricht dagegen? Wo liegen Hemmnisse und Hebel?

Im Herbst dieses Jahres startet die erste Dialogrunde mit Bundesländern, Kommunen und Verbänden. Im Rahmen dieser zielgruppenspezifischen Foren wird die Diskussion weiter vertieft, um bis Ende 2016 einen tragfähigen und in der Breite akzeptierten Klimaschutzplan 2050 zu erhalten.

Anmerkung: Wir bitten Sie darum, die zur Verfügung gestellten Präsentationen nur für eigene Recherchezwecke zu verwenden. Vielen Dank!